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أدب واقعي
Wer ist wir?: Deutschland und seine Muslime cover

Wer ist wir?: Deutschland und seine Muslime
Navid Kermani

Navid Kermanis Buch ist ein Essay, der dem ursprünglichen Gattungsbegriff des Essays insofern besonders gerecht wird, als er nie die persönliche Perspektive des Autors unterschlägt, seine Erfahrungen als Sohn iranischer muslimischer Einwanderer vielmehr ständig gegenwärtig macht und zu Rate zieht. Es geht um den Bau von Moscheen, um die Islamkonferenz und andere Integrationenbemühungen ebenso wie um die Vorurteilsgeladenheit deutscher Politik gegen den Islam, die sich im Umgang mit dem Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz zeigte. Es geht auch darum, wie und warum aus der sozialen und ökonomischen Exklusion türkischer Immigranten sich religiös artikulierende Hassgefühle gegen „den Westen“ entwickeln und es geht um die Frage, ob der Islam überhaupt integrierbar sie. Die Antwort Kermanis lautet: es komme darauf an, welchen Islam man meint…

Diese Schrift will weniger Streit verursachen, sie will Mut machen. Darin liegt ihre überragende Bedeutung: Sie ist so geschrieben, dass sie jeder verstehen kann, sie stellt vieles klar, aber sie belehrt nicht. Und sie ist von einem Theologen geschrieben, der vom Fußball was versteht. Und ihr Autor belegt, wie man ein Fan vom 1. FC Köln sein kann, ganz gleich ob man mit Kölsch getauft wurde oder mit dem Mekka-Wasser.

Der Autor
Navid Kermani, geboren 1967, lebt als freier Schriftsteller in Köln. Er ist habilitierter Orientalist und war Long Term Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Für sein akademisches und literarisches Werk ist er mehrfach ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem Stipendium der Villa Massimo in Rom. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Deutschen Islamkonferenz.